Zwei Theaterstücke
von Martin Schörle

Ziel ist mit Sicherheit der humoristische Umgang mit dem Thema Beamtentum –

geklappt hat das allerdings nicht wirklich.

Die Erzählungen sind als Theaterstücke geschrieben mit Regieanweisungen an die Schauspieler. „Nichtalltägliches aus dem Leben eines Beamten“ ist als Ein-Mann-Stück geschrieben. Es werden Erinnerungen oder Gedanken wiedergegeben, die wahrscheinlich im Rahmen des Stücks auch mit mehreren Personen dargestellt werden könnten.

Während des Lesens kam mir immer wieder der Gedanke, dass die Stücke den Schauspielern viel Raum lassen, die Figuren interessant zu gestalten und ihr Persönlichkeit einzuhauchen. Die hat mir tatsächlich sehr gefehlt. Die Monologe wirkten sehr gewollt, die Figuren als solche wenig authentisch oder glaubhaft. Das Lesen der Stücke stellt den Leser also vor eine gewisse Herausforderung, da der Stoff einfach nicht als rein-belletristische Lektüre konzipiert ist.

Schörle hat bei mehreren Wettbewerben und Lesungen teilgenommen und auch Preise gewonnen. Entsprechend attribuiere ich meine Enttäuschung hier auf meinen Geschmack oder vielleicht mangelndes artifizielles Verständnis. Gegebenenfalls bin ich auch einfach die falsche Zielgruppe. Ich habe einen Freund gebeten, vor allem das erste Stück zu lesen und bin gespannt auf seine Rückmeldung. Dann werde ich den Beitrag gern noch einmal aktualisieren und ergänzen.

Fazit: Einige Ideen haben mir gut gefallen, im Allgemeinen habe ich aber einfach keinen Zugang zu den Stücken gefunden. Ich empfand es als wahnsinnig anstrengend zu lesen und muss zugeben, dass ich nach 25 Seiten einfach nicht mehr lesen wollte. Das passiert bei mir sehr selten und zumeist gelingt es mir, mich zu „zwingen“ Bücher auch zu Ende zu lesen. Das habe ich hierbei aber nicht geschafft. Also muss ich ein klares „oder nicht“ vergeben.


119 Seiten, erschienen bei Engelsdorfer Verlag unter ISBN-13 978-3960084082 9,50 €