Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance
von Estelle Laure

Verlassen von der Mutter, der Vater in der Klapse, die kleine Schwester kann nur schlafen wenn man bei ihr im Bett liegt, kein Geld und nebenbei irgendwie noch Teenager sein…

Lucille wacht auf und wartet und hofft jeden Morgen, dass ihre Mutter sich meldet. Als das Geld knapp wird noch viel mehr, denn sowas tut eine Mutter doch nicht? Und als Lucille irgendwann bemerkt, dass sie nicht kommt muss sie sich einen Job suchen. Sie findet einen und sie findet viele anonyme Unterstützer und sie findet die Liebe und Verlust und Traurigkeit.
In dem Roman passiert unglaublich viel, ein Schicksalsschlag jagt den nächsten.

Der Schreibstil ist sehr authentisch für das Teenageralter der Ich-Erzählerin Lucille. Die Wortwahl passt gut und ermöglicht so dem Leser sich mit der Protagonistin zu identifizieren. Laure vermittelt eine Zerrissenheit, eine Wärme, eine Unsicherheit was sehr beeindruckt. Auch bekommt Lucilles Innenleben, ihre Gedanken und Gefühle, ausreichend Raum. Dies bringt dem Leser die Figur auch näher.

Es gibt auch eine Vielzahl an Nebenfiguren, die sehr sympathisch gestaltet sind. Hier hätte ich mir eine detailliertere Ausarbeitung der Figuren gewünscht. Besonders Lucilles Chef sollte meiner Ansicht nach mehr Raum bekommen, seine positive Haltung dadurch mehr gewürdigt werden.

Fazit: Die Geschichte an sich ist einfach nicht glaubhaft, nicht authentisch. Es passiert zu viel, es wirkt als hätte Laure zuviel gewollt in zu kurzer Zeit. Warum das Buch heißt wie es heißt hat sich mir bis zuletzt nicht erschlossen. Der Titel gefällt mir aber auch nicht, ist zu pathetisch und zu lang. Die Sprache gefällt mir. Das ganze Werk wirkt mir aber zu unfertig, zu wenig durchdacht und kann dafür von mir nur ein „nicht“ lesen bekommen. Schade.


256 Seiten, erschienen bei Fischer-Verlag unter ISBN-13 978-3737353267 14,99 €

Originaltitel: This Raging Light Übersetzung: Sophie Zeitz