Fruchtfliegendompteur
von Christian Pokerbeats Huber

Christian ist ein Komponist und er wohnt in Berlin und er ist fest davon überzeugt an einer ganz schlimmen Krankheit zu leiden, denn ihm ist ständig schwindelig.

Der Arzt sagt Stress, aber das allein kann es ja nicht sein. Der Leser begleitet Christian durch seinen Alltag, lernt seine Nachbarn und Musikerfreunde mit deren Katze Pipi kennen, Kontakte aus dem Beruf und Freunde. Christians Hypochondrie spielt immer eine Rolle, zumindest versucht der Protagonist einem das einzureden. Er drängt sich aber immer mehr der Gedanke auf, dass er an „Faulenzia“ leidet.

Das Buch ist in viele kurze (etwa 4-5 Seiten) lange Kapitel gegliedert, die den verschiedensten Erlebnissen von Christian entsprechen. Zumeist haben sie eine Pointe in der Art, die Christian selbst als Verteiler darstellt. Die Art zu schreiben ist sehr amüsant und kurzweilig. Ich habe während der ersten Hälfte nahezu nu geschmunzelt. Der Protagonist erlebt vieles, in dem sich mit Sicherheit jeder Leser irgendwann und irgendwo wiederfindet und führt einfach dazu es mit einem Kopfschütteln und Lachtränen in den Augen zu lesen.
Ich wurde stark an die Satire von Horst Evers erinnert.

Die Erzählung vermittelt dem Leser autobiographischen Inhalts zu sein. Fraglich finde ich hier die Umsetzung. Christian soll ein Hypochonder sein, verhält sich aber dafür sehr untypisch. Er ist nicht überzeugt an nur einer Erkrankung zu leiden und er zeigt recht wenig Checking-Behaviour. Mir stellte sich also recht bald die Frage ob der Autor a) vielleicht nicht ganz ehrlich ist mit sich und der Reflexion über sein Erleben und seine Empfindungen oder b) ob er lediglich lustig über einen Hypochonder schreiben wollte und unsauber recherchiert hat.

Fazit: Wirklich lustig am Anfang und durch die kurzen Kapitel prädestiniert dafür es in der Bahn oder mal in der Badewanne zu lesen. Für ein Lesen am Stück finde ich es wenig geeignet, da das Buch meiner Ansicht nach recht krampfhaft versucht amüsant zu sein. Bei einem durchgehenden Lesen birgt das für mich die Gefahr, dass es stark an Glaubhaftigkeit verliert. Trotzdem sehr lustig und empfehlenswert! Könnte man sicher auch gut verschenken!


288 Seiten, erschienen bei Piper Verlag unter ISBN-13 978-3492307918 9,99 €