King’s Cage
von Victoria Aveyard

Der dritte Band der Red Queen Series, in dem weitere Protagonisten zum ich-Erzähler aufsteigen. Sehr spannend!

In diesem Teil der Erzählung ist die Hauptfigur Mare in Gefangenschaft und muss ihre Tage mit Handschellen aus Silent Stone verbringen. Ein Trauma, das sie bis zum Ende der Reihe begleitet… Mare wird von Maven wie ein Haustier gehalten, muss viel Zeit mit ihm Verbringen und eine mediale Außenwirkung erzeugen, dass sie auf seiner Seite steht. Durch ihre Gefangenschaft erhält man mehr Einblicke in seine Welt und seine Psyche. Aspekte, die im zweiten Band deutlich zu kurz kamen.
Parallel formieren sich die Kräfte der Scarlet Guard, schmieden Pläne zu Befreiung Mares aber auch zum Voranbringen ihres Fernziels der Gleichberechtigung der Menschen, unabhängig von der Farbe ihres Blutes.

Wirklich gut gefällt mir die Idee, die Kapitel einzelnen Ich-Erzählern zuzuordnen. So erhält der Leser Einblicke in die Erlebenswelten der verschiedenen Charaktere und Aveyard ermöglicht den verschiedenen Helden eine ausgeprägte Entwicklung. Hierbei ist auch interessant, dass die Protagonistin Mare über die Erzählung hinweg zwar eine Reihe verschiedenster Geschehnisse erlebt, sich selbst aber am wenigsten (weiter) entwickelt.
Die Kapitel werden von Mare, Maven, Evangeline, Cal, Iris und Cameron getragen. So kann der Leser verfolgen was bei der Guard und auch im Palast geschieht. Die Kapitel folgen zeitlich einem Plot, es gibt keine erwähnenswerten zeitlichen Überschneidungen der Erzählungen. Entsprechend ist der Leser des King’s Cage auch nur bedingt allwissend. Er weiß zwar mehr als die einzelnen Figuren, es fehlen aber auch ihm Ereignisse, die er sich nur über Berichte der Figuren erschließen kann.

Thematisch interessant ist hier die Entwicklung einer Figur. Sie lebt ein verdeckt queeres Leben in einer queeren Liebesbeziehung die nicht offen gelebt werden darf. In Norta ist gleichgeschlechtliche Liebe nicht gestattet, besonders unter den Silbernen undenkbar. Bei deren Verbindungen geht es um Reproduktion von Stärke und Macht, nicht um Liebe oder Verbundenheit. Die Bedürfnisse der Figur sind diametral. Sie möchte den Wünschen und Erwartungen des Vaters gerecht werden, Pflichten erfüllen, Ehre machen und hat zugleich nicht die Möglichkeit, ihr wahres Ich auszuleben.

Mir gefällt das Cover wirklich gut! Die Krone dieses Bandes ist aus Knochen gefertigt, die wie Wirbelsäulen anmuten. Die Krone hat dadurch eine Drastik die nahezu einschüchternd ist.

Fazit: Deutlich dem zweiten Band überlegen, konnte King’s Cage mich wieder fesseln. Die Technik des wechselnden Ich-Erzähler hat mir gut gefallen und hat die gesamte Erzählung entstaubt und lebendiger werden lassen. Die Charakterentwicklung ist hier deutlicher und feiner zugleich und konnte mich noch überraschen. Leider war die Hauptfigur der Mare weiterhin unglaublich anstrengend und nervig und ich hätte mir gewünscht, dass sie deutlich weniger Raum erhält. Trotzdem konnte meine Spannung gehalten werden und jetzt freue ich mich auf’s letzte Band!


528 Seiten, erschienen bei Orion unter ISBN-13 978-1409150763 6,99€

deutscher Titel: Goldener Käfig Übersetzung: Birgit Schmitz