Die letzten Tage von Rabbit Hayes
von Anna McPartlin

Eine Frau, die sich mit ihrem Ende auseinandergesetzt hat, hat noch einen Aufgabe: Ihre Familie zu einen und sie vorzubereiten für die bevorstehende Bewältigungsaufgabe.
Es klingt kitschig und bedrückend, aber die Geschichte als solche ist so rührend und wunderschön.

Die Erzählung beginnt mit Rabbits Einzug ins Hospiz und erstreckt sich über neun Tage. Es werden aktuelle Passagen, die den Eltern, ihrem Bruder oder ihrer Tochter gewidmet sind, mit jeweilig passenden Erinnerungen abgewechselt. Die Analepsen verdeutlichen Rabbits Beziehung zu den verschiedenen Familienmitgliedern, illustrieren besondere Erinnerungen und ermöglichen dem Leser Rabbits Persönlichkeitsentwicklung nachzuempfinden.

Die Erinnerungen sind auch eine Strategie sich auf das bevorstehende Ende vorzubereiten. Sie sind Abschied und auch Vermächtnis. Sie sind Einvernehmen und Trauer. Sie sind Akzeptanz.
Die Geschichte von Rabbit Hayes ist eine Geschichte des Sterbens und dabei so lebensbejahend und lebendig. Sie sprüht vor humorvollen Passagen. Die Familie, die so bedingungslos hinter Rabbit steht ist so schön verschroben schrullig. Jeder einzelne hat seine Eigenheiten, die die Charaktere sehr nah und sympathisch macht.

Das Cover ist sehr schön und hat mich direkt angesprochen. Es ist verspielt durch das florale Muster und der Titel fügt sich schön ein. Im Nachhinein fand ich es aber für das Thema doch nicht so passend.

Fazit: Eine Geschichte bei der ich herzlich gelacht und eine Seite später wieder bitterlich geweint habe. So emotional anrührend, so wunderschön, so besonders! Ein Verlust für jeden, der es noch nicht gelesen hat!


464 Seiten, erschienen bei rororo unter ISBN-13: 978-3499269226   12,- €
Originaltitel: The last days of Rabbit Hayes (2015) Übersetzung: Sabine Längsfeld