Tod in der Kaisergruft – ein Wien-Krimi
von Beate Maxian

Kein klassischer Polizeiermittler als Protagonist eines Krimis. An dessen Stelle tritt hier eine Journalistin mit viel kriminologischem Verständnis, die selbst ein weit verzweigtes Netz an Informationsquellen hat und so entscheidend beiträgt zur Lösung des Falls.

Es fallen Schüsse in der Kapuziner-Gruft, drei Menschen sterben. Der Täter richtete sich selbst. Aus Sicht der Presse und der Polizei bleibt allerdings die Frage des Motivs ungeklärt.

Es beginnen drei parallele Erzählstränge die es dem Leser ermöglichen allwissend zu sein. Jeder Erzählstrang wird von einem anderen Ich-Erzähler getragen: Der Journalistin, der Mutter des Täters sowie einer Angehörigen eines Opfers. Dies ist sehr spannend, ermöglicht es dem Leser eigene Schlüsse zu ziehen und sich Gedanken zu machen.
Die Kapitel sind nur mit Zahlen überschrieben, es gibt für den Leser keinen Hinweis wer im jeweiligen Kapitel der Protagonist ist. Dies erschließt sich aber gleich beim Lesen, da Beate Maxian immer die jeweilige Person innerhalb der ersten Sätze benennt.

Die Erzählung spielt größtenteils innerhalb einer Woche im August. Dann gibt es noch eine Art Epilog der im September spielt und als zusammenfassende Auflösung der Geschehnisse dient.

Einer der Erzählsprünge widmet sich einem großen Modehaus, dessen eine Chefin eines der Opfer war. Es werden innerfamiliäre Verstrickungen, Konkurrenzkämpfe und Konflikte offengelegt. Die Informationen leisten allerdings keinen relevanten Beitrag zur Auflösung. Die Familie und das Leben des zweiten Opfers werden nicht näher beleuchtet.

Schön sind die Beschreibungen der Wege, die zurückgelegt werden. Es werden einzelne Straßenzüge benannt und Ecken mit Cafés beschrieben. Für Wien-Kenner und -Begeisterte ein sehr schöner Aspekt.

Band 8 der Krimi-Reihe um Sarah Pauli.

Fazit: Mir hat der Blick einer Journalistin wirklich gut gefallen und auch dass er Leser mehr weiß als die einzelnen Protagonisten. Dies führte aber auch dazu dass ich ab der Hälfte schon eine recht konkrete Idee hatte welche Wendungen die Geschichte nimmt. Der Spannungsbogen war für mich zu flach, die Abläufe zu vorhersagbar. Der Plot um das Modehaus bringt der Geschichte einfach nichts. Er nimmt unnötigen Raum ein. Meiner Meinung nach ein wenig gelungener Versuch, den Leser auf eine andere Fährte zu locken. Der Roman hatte für mich positive Verknüpfungen, durch meine Verbundenheit mit der Stadt. Für weniger Wien-verbundene Leser ist der Krimi meiner Meinung nach aber in die Kategorie „nicht“ einzuordnen.

Danke an den Goldmann Verlag für die Zusendung dieses Leseexemplars!


352 Seiten, erschienen bei Goldmann unter ISBN-13 978-3-442-48472-0   10,-€