Wer Wind sät
von Nele Neuhaus

Band 5 der Taunus-Krimis von Nele Neuhaus. Windenergie, Korruption und: ist das nicht alles ein bisschen sehr zufällig?

Es wechseln sich zwei Erzählstränge ab. Einmal der aktuelle Strang in Frankfurt und dann der Strang der punktuell Rückblicke herausgreift. Die Kapitel sind mit Daten und Orten überschrieben. So sind die Erzählstänge gut zu trennen. Auch sind die Rückblicke kursiv abgedruckt, sodass sie direkt herausstechen.

Grundsätzlich ist es ja gut, dass sich Nele Neuhaus auch mit dem Thema der erneuerbaren Energien und dem Klimawandel beschäftigt. Teilweise wirkt es aber weit hergeholt, wie die Protagonisten untereinander verbunden sind. Auch sind die Verhaltensweisen etwas unstimmig. Die erste Hälfte des Romans war sehr langatmig, scheinbar offensichtliche Zusammenhänge gehen den Protagonisten selbst nicht auf, Andeutungen sind zu eindeutig um einen Spannungsbogen aufzubauen oder aufrecht zu erhalten.

Wieder spielen psychische Erkrankungen eine Rolle, sie werden aber nur angeschnitten, nicht benannt. Hierbei scheint die Grundlage für die Figuren schlecht recherchiert. Auch die Sprache wirkt zu einfach, fast lieblos. Und dann lässt sie eine Figur tatsächlich „Wer Wind sät wird Sturm ernten“ sagen. Kein geschicktes Stilmittel sondern ein missglückter Versuch. Schade!

Fazit: Das Ende wirkt plump. Es wurde eine Geschichte unnötig aufgeblasen die dann zu einfach, schnell und unspektakulär endet. Wo ich am Anfang noch begeistert von Nele Neuhaus war, werde ich leider von jedem Buch etwas mehr enttäuscht. Zum Vollpreis werde ich keinen Krimi von ihr mehr kaufen, mir ist das Risiko einfach zu groß ein schlechtes Buch zu kaufen. Exemplar habe ich in Wien beim Tandler, d.h. in einem Trödelladen für 1€ erstanden und das war auch gut so.  Fällt in die Kategorie „ oder nicht“.


560 Seiten, erschienen bei Ullstein unter ISBN-13 978-3548284675   10,99€